Zwei aktuelle Linux-Notebooks aus 2018

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Linux-Notebooks haben Konjunktur. Einige Anbieter haben Notebooks im Sortiment, die sie alternativ auch mit Linux anbieten. Interessanter ist aber die steigende Zahl von Ausrüstern, die sich auf Linux-Notebooks spezialisieren und ihre Produkte und die verwendeten Linux-Distributionen in unterschiedlicher Ausprägung aneinander anpassen.

Linux-Notebooks haben Konjunktur

Zu diesen Anbietern zählen unter anderem Purism und System 76 aus den USA, Entroware und Station X aus Großbritannien sowie aus deutschen Landen Tuxedo Computers.

In den letzten Monaten gingen zwei dedizierte Linux-Notebooks von Purism und Tuxedo Computers über meinen Schreibtisch. Von Tuxedo Computers kommt das InfinityBook Pro 14 v3, aus den USA das Librem 15 v3 von Purism.

Elegante Erscheinungen

Beides sind leichte Subnotebooks im Alu-Kleid, auf den ersten Blick unterscheiden sie sich hauptsächlich durch den Anschaffungspreis. Im Verlauf meiner Tests zeigten sich jedoch weitere Unterschiede, die den fast doppelt so hohen Preis des Librem 15 verständlicher machen.

InfinityBook Pro 14

Schauen wir uns zunächst das InfinityBook Pro 14 von Tuxedo Computers aus Königsbrunn in Bayern näher an. Wie auch das Librem 15 liegt das InfinityBook Pro 14 in der mittlerweile dritten Auflage vor. Die Abmessungen betragen  329,8  x  225,0 x 18,8 mm, das Gewicht liegt bei 1,4 kg.

In den Formfaktor von 14-Zoll passt Tuxedo Computers ein Display von 35,56 cm ein. Es handelt sich um ein entspiegeltes Full-HD IPS-Panel mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten. Ein externer Monitor wird entweder per HDMI oder Thunderbolt angeschlossen und leistet bei 60 Hz maximal 2560 x 1600 oder 3840 x 2160 Bildpunkte bei 30 Hz.

Mattgraues Aluminium

Das Gehäuse ist aus mattgrauem Aluminium und trägt das Tuxedo-Logo auf dem Deckel. Fingerabdrücke haben auf der Oberfläche fast keine Chance. Der Rahmen um das Display ist wegen des besseren WLAN-Empfangs aus Kunststoff gefertigt. Die restlichen Komponenten der Unibody-Display-Oberschale, Gehäuse-Unterschale und Tastatur-Schale – sind allesamt aus Aluminium.

Der untere Gehäusedeckel kann zur Reinigung oder zum Austausch von Komponenten mit 11 Schrauben komplett abgenommen werden, was die Wartung der Hardware erleichtert.

Aktuelle Hardware

In der Standardausführung, für die der Hersteller 897 Euro verlangt, ist eine Intel Core i5-8250U Quad-Core-CPU mit 1,6 – 3,4 GHz mit 15W TDP aus der Microarchitektur Kaby Lake verbaut. Die in der CPU integrierte GPU ist vom Typ Intel UHD Graphics 620. Ist der Leistungsbedarf höher, kann bei Bestellung eine Intel Core i7-8550U CPU mit bis zu 4 GHz bestellt werden.

Die CPU wird von acht GByte DDR4 SO-DIMM Ballistix Sport LT von Crucial flankiert, die auf 16 oder 32 GByte ausgebaut werden können. Alternativ kann der mit 2.666 MHz etwas höher getaktete Speicher von Samsung auf dem Bestellzettel angekreuzt werden.

Speicher bis 6 TByte

Als Festplatte kommt standardmäßig eine 250 GByte Samsung 860 EVO als M.2-Stick zum Einsatz. Hier bestehen Aufrüstmöglichkeiten bis zu 2 TByte. Ein Steckplatz für eine 2,5-Zoll HDD oder SDD bleibt im Standard-Lieferumfang leer, kann aber mit einer HDD bis 2 TByte oder einer SDD mit bis zu 4 TByte bestellt werden.

Außenauftritt

Für die Verbindung nach draußen per WLAN und Bluetooth ist ein Steckmodul Intel Dual AC 8265l im M.2-Format vorhanden. Zusätzlich kann im gleichen Format für 129 Euro ein LTE/UMTS-Modul ME936 von Huawei bestellt werden. Die Tastatur ohne Zahlenblock ist beleuchtet und weist selbstredend auf der Super-Taste einen Tux auf.

Thunderbolt 3 inklusive

Auch an Schnittstellen fehlt es dem InfinityBook Pro 14 nicht. Neben drei USB-3.1-Ports – eine davon ist als USB-3.1-C-Gen2 auch für Thunderbolt 3 ausgelegt – ist ein Mini-DisplayPort, ein HDMI-Port und ein 9-in-1 Card Reader vorhanden. Im Gegensatz zu vielen anderen Ultrabooks weist das InfinityBook auch eine Ethernet-Buchse für GBit-Lan auf, der dafür zuständige Chip ist ein Realtek RTL811PCI Express Gigabit Ethernet Controller.

Der nach Abnahme der Bodenplatte austauschbare Lithium-Ionen Akku leistet 36 Wh, was 900 mAh entspricht. Eine Webcam mit zwei MP und High Definition Audio, das zwei Lautsprecher mit 2 x 2 Watt befeuert runden das Gerät ab.

Kommentare

8 Antworten zu „Zwei aktuelle Linux-Notebooks aus 2018“

  1. Avatar von Steven Seifried

    Was mich bei Purism stört sind die Aufpreise:

    1x 16 GB: 75€ (Tuxedo) vs. ~184€ (Purism)
    Anderes Tastaturlayout: 0€ (Tuxedo) vs. ~70€ + kleinere Auswahl (Purism)

    Zumindest beim InfinityBook Pro 13 lassen sich folgende Dinge um UEFI-BIOS abschalten:

    – Integrierte Webcam
    – WLAN
    – HD-Audio
    – Intel ME

    Ich denke mal dass sich das auch beim InfinityBook Pro 14 abschalten lässt.

    1. Avatar von Ferdinand

      Richtig, lässt sich auch da im BIOS abschalten. Purism will aber eine Funktion bieten, die die Abschaltung in Sekundenbruchteilen bieten, wenn Gefahr im Verzug ist. Mit den Aufpreisen gebe ich Dir recht, die sind heftig. Aber Purism leistet sehr gute Arbeit, die Preisstruktur sollte vielleicht transparenter sein.

  2. Avatar von A.R.H.
    A.R.H.

    Grüß Gott,
    auch Schenker verkauft diese Clevo Produkte.
    Die Preisunterschiede sind zwischen Tuxedo und Schenker sind überlegenswert ….

  3. Avatar von Uwe
    Uwe

    Hübsch. Als Dienstlaptops im weitesten Sinne, OK. Für mich und den Hausgebrauch ersetzt es nicht den Desktop, da kein DVD/BD Laufwerk eingebaut ist. Eigentlich schade.

    1. Avatar von Ferdinand

      Ich kann dir nicht sagen wann ich das letzte Mal ein optisches Laufwerk verwendet habe, auf jeden Fall ist es einige Jahre her. Für Notfälle verstaubt ein externes Laufwerk im Schrank.

  4. Avatar von spaetschicht
    spaetschicht

    mein groesstes Problem beim Umstieg von Thinkpad auf Purism _ist_ der fehlende ‚rote Punkt‘ zwischen den Tasten. Auf Reisen hab ich deswegen wieder mein altes x200 dabei.
    Aber die Komposition (Idee -> Entwicklung -> Realisierung) zu einem freien Rechner (eben nicht im Sinne von Freibier) kann in diesen kleinen Mengen imo nicht günstiger sein!

    Danke an dich, Ferdinand fuer die interessanten Artikel (nicht nur hier) und liebe Gruesse an die zwei Maedels von FOSS, dass sie diese wunderbaren Geraete hier auf dem Kontinent weiterverbreiten!

  5. Avatar von Stefan

    Ein super Bericht über zwei Geräte die ich schon in der engeren Auswahl hatte. Wenn man geringere Ansprüche in Bezug auf die Leistung hat, gibt es deutlich günstigere Alternativen. Beispielsweise kann man bei Acer das Swift 3 mit ab Werk vorinstallierten Endless OS beziehen, das nach einem Update auf die neueste Version erstaunlich erwachsen geworden ist. Ich betreibe das Gerät mittlerweile mit Elementary OS und liebe es schon allein aufgrund der Handlichkeit und der guten Akkulaufzeit.

  6. Avatar von Wolfgang Porcher

    Den technischen Daten fehlt die wichtigste Komponenten-Angabe, die ein Notebook zu einem Notebook macht.
    Ein Notebook ist dafür geschaffen um Platzunabhängig damit werkeln zu können. Das heisst aber nicht, damit von einem abgedunkelten Raum zu einem anderen abgedunkelten RAum zu wandern, um das zu erkennen was da auf dem Bildschirm zu lesen ist. Preiswerte Notebooks haben meist nur Werte von 220 nits, die um 600 € dann gerade mal 250 nits.
    Ein Display mit 220 nits bei besserem Tageslicht im Hause ist schon so gut wie unbrauchbar, wenn die Sonne Licht ins Zimmer bringt.
    Und Notebooks auf der Terrasse oder vor dem Cafe bei schönem Wetter unter 300 nits, auch nur eingeschränkt nicht zu gebrauchen. Und Notebooks mit 400 nits und mehr, die kosten richtig Geld, unter 1000 Euro ist da nichts zu bekommen.
    Leider – durch diese fehlenden Angaben bei Notebookanpreisungen erfährt der Benutzer erst nach dem Kauf, was er sich da angeschafft hat; einen Prozessor der neuen Generation, aber auf dem Bildschirm klar was erkennen können – Fehlanzeige. .

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