Schlagwort: Ubuntu 17.10

  • Wichtige Neuerungen für Ubuntu 17.10

     

     

     

    Neuerungen für Ubuntu 17.10
    Bild: Canonical

     

    Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« erfährt in den kommenden Tagen zwei wichtige Änderungen. Am morgigen Donnerstag wird die im Oktober 2017 veröffentlichte Ausgabe Ubuntu 17.10 erneut als Ubuntu 17.10.1 veröffentlicht. Es ist dies das erste Mal, dass eine Ausgabe von Ubuntu, die nicht mit der Langzeitunterstützung LTS ausgestattet ist, ein Punkt-Release erhält. Grund für die Neuveröffentlichung ist ein Fehler in einem Treiber, der dazu führen konnte, das Notebooks von Lenovo und anderen Herstellern bereits nach dem Booten der Live-Medien von Ubuntu 17.10 ein korrumpiertes BIOS aufweisen konnten.

    Fatale Folgen

    Die Folgen reichten von nicht mehr speicherbaren BIOS-Einstellungen über den Verlust der Bootfähigkeit per USB bis hin zu gar nicht mehr bootenden Systemen. Daraufhin zog Canonical das Desktop-Image von Ubuntu 17.10 vom Download-Server zurück, weshalb auch mit Fug und Recht von einer Neuveröffentlichung gesprochen werden kann. Der Grund für den fatalen Fehler war schnell gefunden. Der Intel-SPI-Treiber, der unter anderem dazu dient, das BIOS aus dem System heraus aktualisieren zu können, war schnell als der Schuldige ausgemacht. Die Ubuntu-Entwickler hatten diesen Treiber im Kernel aktiviert. Der Hilfstext weist darauf hin, dass man genau wissen sollte was man tut, wenn man den Treiber aktiviert.

    Neuveröffentlichung

    Ubuntu-Entwickler Steve Langasek kündigte vor einigen Tagen auf der Ubuntu-Mailing-Liste für den 11. Januar eine Neuveröffentlichung von Ubuntu 17.10 an. Vermutlich werden auch einige andere Varianten aus der Ubuntu-Familie neue Images erhalten. Bei den Daily-Builds steht unter dem Stichwort  »Artful Dot One« bereits seit Tagen ein entsprechendes Ubuntu-Image bereit. Die Neuveröffentlichung am morgigen 11.1 war angesichts des nahenden Endes der Unterstützung für Ubuntu 17.04 »Zesty Zapus« am 13. Januar notwendig geworden.

    Kernel-Patches bis zurück zu Ubuntu 12.04 ESM

    Dabei blieb keine Zeit, sich um die Eindämmung von Meltdown und Spectre zu kümmern. Der Ubuntu-Kernel 4.13.0.21,  der mit 17.10.1 veröffentlicht wird, enthält keine Patches gegen die Lücken. Deshalb sollten Neuinstallationen von 17.10.1 gleich ein Update erhalten. Dazu wird heute noch der Kernel 4.13.0.25.26, der die KPTI-Patches gegen Meltdown enthält, veröffentlicht. Außerdem werden Kernel 4.4.0-108.131 für Ubuntu 16.04 LTS, Kernel 3.13.0.139.148 für Ubuntu 14.04 LTS und 4.4.0-108.131~14.04.1 für Ubuntu 14.04.5 LTS veröffentlicht.  Für Ubuntu 12.04 ESM (Extended Security Maintenance) mit verlängertem Support steht Kernel 3.2.0-132.178 bereit, für Ubuntu 12.04.5 ESM trägt der gepatchte Kernel die Versionsnummer 3.13.0.139.129. Zudem gibt es einen neuen gepatchten  Nvidia-Treiber 384.111.

  • Ubuntu-Problem mit korruptem UEFI teilweise gelöst

    Ubuntu 17.10 Lenovo
    Bild: Canonical

     

    Vor einer Woche berichteten wir über lahmgelegte Notebooks durch ein korrumpiertes UEFI, ausgelöst durch den Kernel von Ubuntu 17.10. Hauptsächlich betroffen waren Lenovo Notebooks, aber auch einige andere Hersteller. Zum Teil waren Notebooks gar nicht mehr bootbar.  Grund war nach jetzigem Wissensstand ein kaputter, aber im Kernel aktivierter Intel-SPI-Treiber, der für die private Nutzung kaum benötigt wird. Canonical bietet zwar offiziell noch keine Lösung an, die Community hilft sich mittlerweile aber selbst. Es liegt zwar ein korrigierter Ubuntu-Kernel vor, der das Problem nicht auslöst, aber auch nicht beheben kann. Das nützt zudem Anwendern, deren Notebooks nicht mehr starten, rein gar nichts.

    Teillösung

    Wie auf axebase aktuell zu lesen ist, können Besitzer einiger Lenovo- und Acer-Modelle diese wieder zum Leben erwecken, sofern sie denn noch starten. Dazu wird der Mainline-Kernel 4.14.9 installiert. Ein eventuell installierter proprietärer Nvidia-Treiber muss dafür zunächst entfernt werden, da nicht kompatibel mit dem Mainline-Kernel 4.19. Nach der Installation des Kernels und erfolgtem Reboot erfolgt ist ein weiterer Neustart ins UEFI nötig. Nach Setzen der gewünschten Einstellungen sollten sich diese nun wieder speichern lassen, wie mehrere Kommentare zum Bugreport auf Launchpad bestätigen. Dort hat ein Anwender auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung verlinkt, die auch das Kernel-Update-Utility einschließt.

    Wer ist schuld?

    Sollte der Fehler nach diesem Prozedere behoben sein, kann Ubuntu-Kernel 4.13.0-21.24, der den Fehler nicht auslöst, installiert werden, Kernel 4.14.9 bei Bedarf entfernt und Nvidia wieder installiert werden. Diese Lösung bringt den Anwendern nichts, deren Notebooks nicht mehr hochfahren. Ubuntu hat auch noch kein funktionierendes Image von 17.10 bereitgestellt, um das entfernte Image zu ersetzen. Wie Canonical aus der Misere herauskommt und seinen betroffenen Usern eine Lösung anbieten will ist weiterhin unklar. Noch sind nicht alle Fakten klar, um abschließend zu beurteilen, welche Faktoren zusammengespielt haben um dieses Ubuntu-Problem zu triggern. Klar scheint allerdings, dass der Intel-SPI-Treiber im Ubuntu-Kernel nicht hätte aktiviert werden müssen.

  • Ubuntu-17.10 legt Lenovo-BIOS lahm

    Ubuntu 17.10 Lenovo
    Bild: Canonical

     

    Ein Treiber im Linux-Kernel der Ubuntu-17.10-»Artful-Aardvark«-Images sorgt dafür, dass das UEFI/BIOS vieler Lenovo-Notebooks keine Änderungen mehr speichern kann. Auch einige andere Hersteller sind betroffen. Direkter Auslöser scheint der verwendete Intel-SPI-Treiber zu sein. Mittlerweile wurde der Download von Images für 17.10 von der offiziellen Download-Seite gestoppt und das ISO zurückgezogen, während an einem neuen Image gearbeitet wird.

    Bisher Lenovo, Toshiba und Acer betroffen

    Das Problem betrifft nicht nur Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« selbst, sondern alle Varianten des Betriebssystems in Version 17.10. Bereits in der letzten Novemberwoche gingen erste vereinzelte Meldungen ein, die das Problem schilderten. Betroffen sind mindestens die Gräte Lenovo B40-70, Lenovo B50-70, Lenovo B50-80, Lenovo Flex-10, Lenovo G40-30, Lenovo G50-70, Lenovo G50-80, Lenovo S20-30, Lenovo U31-70, Lenovo Y50-70, Lenovo Y70-70, Lenovo Yoga Thinkpad (20C0), Lenovo Yoga 2 11″- 20332, Lenovo Z50-70, Lenovo Z51-70 und Lenovo IdeaPad 100-15IBY. Ebenfalls als betroffen bekannt sind bisher Acer Aspire E5-771G, Acer TravelMate B113, Toshiba Satellite S55T-B5233 und Toshiba Satellite L50-B-1R7. Weitere Firmen die ein UEFI-BIOS der Firma Insyde ausliefern könnten ebenfalls betroffen sein.

    Kein Hochfahren mehr möglich

    Wenn das Problem auftritt lassen sich nach der Installation keine Änderungen am BIOS mehr speichern. Betroffene Systeme haben teilweise Probleme beim Hochfahren von der Festplatte und von USB-Sticks und sind im somit weitgehend unbrauchbar, da viele dieser Geräte kein Laufwerk für optische Medien mehr haben. Für einige Benutzer der DVD trat das Problem bereits beim Benutzen der Live-DVD auf. Eine Lösung um betroffene Systeme wieder lauffähig zu bekommen steht derzeit noch aus. Auch mindestens ein Anwender, der sein System auf 17.10 aktualisiert hat, ist von dem Fehler betroffen.

    Download gestoppt

    Theoretisch könnten auch andere Distributionen betroffen sein, die Kernel 4.13.4 direkt nutzen oder ihren Kernel davon ableiten. Ein korrigierter Intel-SPI-Treiber wird derzeit bei Canonical getestet. Eine weitere Möglichkeit wäre, den Treiber zu deaktivieren, da kaum ein Endanwender diesen einsetzen wird. Eine Zusammenarbeit mit Lenovo soll helfen, die eigentliche Ursache zu finden und eine Lösung für betroffene Geräte zu erarbeiten.

  • Ubuntu 17.10 Artful Aardvark – zurück in der Spur

    Artful Aardvark Logo
    Bild: Canonical

    Ubuntu 17.10 Artful Aardvark ist da. Seit sieben Jahren erstmals wieder GNOME anstatt Unity. Zudem auch noch das neue Display-Protokoll Wayland als Standard. Bei GNOME kommt die sehr aktuelle Version 3.26.1 zum Einsatz. Die Beta-Version vor drei Wochen basierte bereits auf 3.26. Canonical gibt sich offensichtlich viel Mühe, hier topaktuell zu sein. Es handelt sich bei dem ausgelieferten GNOME um eine leicht angepasste Version, mit der Canonical versucht, die Ubuntu-Anwender, die seit Jahren Unity gewöhnt waren, mit einer möglichst ähnlichen Umgebung zu versöhnen. Anwender, die ein reines GNOME befürworten, können auch das installieren. Wer von Unity gar nicht lassen mag, kann Version 7 anstelle von GNOME installieren.

    Alles neu macht der April

    Als im Frühjahr bekannt wurde, dass Canonical sich von Unity 8 verabschiedet und gleichzeitig auch Ubuntu Phone gänzlich und Mir zumindest für den Desktop einstellte,  war klar: Ubuntu ist am Scheideweg. Über Jahre hielt Canonical den Entwicklern eine Karotte am Stock hin, die sie aber nie erreichen konnten. Convergence hieß das vielbeschworene Zauberwort, das Unity 8, Ubuntu Touch und Mir im Schlepptau hatte. Mit jeder Veröffentlichung, die dieses Ziel verfehlte, hieß es »Nächstes Mal«. Das Ziel wurde Mal um Mal verfehlt und Ubuntu für den Desktop wurde zunehmend langweilig.

    GNOME und Wayland bezwungen

    Der jetzt erfolgte Umstieg auf GNOME mit Version 17.10 muss ohne größere Pannen gelingen, denn mit 18.04 wartet bereits die nächste LTS-Version mit fünf Jahren Laufzeit und da muss alles passen. Neben GNOME ist die zweite große Baustelle Wayland als voreingestellter Standard. Für Anwendungen, die noch nicht mit Wayland klarkommen, ist XWayland mit von der Partie, um hier Kompatibilität unter Wayland herzustellen. Anwender, die proprietäre Nvidia-Treiber nutzen, gehen in Sachen Wayland erst einmal leer aus und müssen die X11-Sitzung nutzen. Alternativ steht der freie Nouveau-Treiber zur Verfügung, der mit Wayland klarkommt. Das Umschalten passiert im ebenfalls neuen Anmeldemanager GNOME Display Manager GDM3, der LightDM ersetzt. Um im laufenden System abzufragen, ob Wayland oder X11 die Sitzung verwaltet, verschafft der Befehl echo $XDG_SESSION_TYPE Klarheit

    Nach dem Start des Systems begrüßt den Anwender von Ubuntu Artful Aardvark ein neues Hintergrundbild, das als Besonderheit ein stilisiertes Erdferkel, das Maskottchen von 17.10, zeigt. Das konnte bisher nur Ubuntu 8.10 aufweisen, dass den Steinbock im Wallpaper porträtierte. Traditionell zeigen Ubuntu-Wallpaper reine Farbverläufe in eher dunklen Farbtönen.

    Hin und her

    In den letzten Jahren waren die Bedienelemente zu Vergrößern, Verkleinern und Schließen von Fenstern bei Ubuntu links oben angesiedelt. Da viele Anwender sich nicht umgewöhnen wollten, wurde die Option eingeführt, dies zu ändern. Mit 17.10 wandern diese Bedienelemente nun wieder an ihren angestammten Platz rechts oben im Fenster, können aber auf Wunsch wieder nach links wandern.

    Bekannte Bedienung

    Das Menü am linken Rand, Ubuntu Dock genannt, ist Anwendungsstarter und Task-Manager zugleich. Je nach Anwendung enthüllt ein Rechtsklick auf ein dort angedocktes Programm zusätzliche Optionen.  Am oberen Displayrand sitzt die Topbar, die wie von GNOME gewohnt drei verschiedene Bereiche aufweist. Sowohl Dock als auch Topbar sind semi-transparent, bis ein Fenster an sie andockt. Das Dock ist standardmäßig feststehend, kann aber in den Einstellungen auf autohide gesetzt werden. Unten links findet sich ein Icon, um nach GNOME-Manier alle Programme anzuzeigen. Ist diese Funktion nicht aktiviert und der Desktop frei, so können, anders als bei einem Standard-GNOME, dort Icons, Dateien und Verzeichnisse Platz nehmen.

    Nur noch 64-Bit

    Ubuntu 17.10 ist nur noch in 64-Bit erhältlich, wer an 32-Bit gebunden ist, kann von einer älteren Ubuntu-Version upgraden.  Alternativ kann die Minimal-Variante oder Netinstall benutzt werden. Dies gilt nur für Ubuntu selbst, nicht für die Varianten mit anderen Desktops. Ubuntu 17.10 steht bereits jetzt zum Download bereit, obwohl die offizielle Ankündigung noch nicht veröffentlicht wurde. Ein Image kann vom Ubuntu-Server bezogen werden.

    Kurve gekriegt

    Mit Ubuntu 17.10 Artful Aardvark schließt sich ein Kreis, der 2010 mit GNOME endete und der Neuanfang nun wieder dort ansetzt. Zumindest ist 17.10 wieder spannend, die Anhänger der Distribution haben viel Neues zu entdecken. Dabei müssen sie sich nicht allzu sehr verbiegen, denn Canonical hat sich bemüht, nah an Unity zu bleiben. In die neue Veröffentlichung ist eine Unmenge an Arbeit eingeflossen und es sieht so aus, als würde sich das auszahlen.

  • Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« Beta-Version verfügbar

    Artful Aardvark Logo
    Bild: Canonical

    Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« ist vermutlich das wichtigste Release in der Geschichte von Canonical. Die letzten Veröffentlichungen von Ubuntu waren wenig spannend. Dann wurde im Frühjahr die Entwicklung von Unity 8, Ubuntu Touch und Mir eingestellt. Somit werden mit 17.10 gleich zwei tragende Säulen der bisherigen Ubuntu-Ausgaben ersetzt.

    Neuer Desktop – neuer Display-Manager

    Der Desktop wechselt vom nicht mehr weiter entwickelten Unity zur GNOME Shell, anstelle von  X.org wird der Display-Server von Wayland gestellt. Damit ist Ubuntu nach Fedora die zweite große Distribution, die auf Wayland als Standard setzt. Nun ist nicht nur wichtig, dass Ubuntu 17.10 beim Anwender gut ankommt, sondern auch, dass Wayland bis zum April 2018, wenn Ubuntu 18.04 LTS erscheint, technisch fehlerfrei ist.

    Aktuelle Komponenten

    Als Desktop-Umgebung kommt GNOME 3.26 zum Einsatz, darunter werkelt ein aktueller Kernel 4.13 sowie Systemd 234. Wer die Umstellung auf GNOME nicht mitgehen will, kann derzeit noch alternativ Unity installieren. Selbst wenn die angepasste GNOME-Version keine Gnade findet, kann die Originalversion von GNOME über das Paket gnome-session installiert und beim Start im Login-Manager Gnome als Session ausgewählt werden. Allerdings sollte die als Standard angebotene »Ubuntu-Session« mit dem leicht angepassten GNOME weder Unity- noch GNOME-Anwender vor größere Probleme stellen.

    Der Anmelde-Manager wechselte von LightDM zu GDM3. Der von GDM bereitgestellte Sperrbildschirm wurde erweitert und kann nun Benachrichtigungen anzeigen. Zudem bietet er Bedienelemente für die Medienkontrolle. Das Ubuntu-Dock sitzt wie gewohnt links am Rand, neu ist, dass Fenster sich nun darunter schieben lassen. Unten links ist ein Icon zum Anzeigen der installierten Programme.

    Mal links, mal rechts

    Umgewöhnen müssen sich Anwender bei den Kontrollelementen der Fenster, diese sitzen nun rechts anstatt links. Mit dem nachinstallierbaren Werkzeug GNOME Tweaks, früher als  GNOME Tweak Tool bekannt, lassen sich die Bedienelemente bei Bedarf allerdings wieder nach links schieben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Das beim Display-Manager eine Änderung von X.org zu Wayland stattgefunden hat, bemerkt man bei der täglichen Nutzung nicht, solange die Grafikkarte von Intel ist. Nvidia-Karten sollten mit dem freien Treiber Nouveau ebenfalls funktionieren. Eine X.org-Session ist für die Benutzung mit proprietären Treibern standardmäßig installiert, GDM3 erlaubt den Start einer X11-Sitzung unter der Bezeichnung »Ubuntu on Xorg«.

    Das Desktop-Image von Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« wird nur noch in 64-Bit angeboten. Wer eine 32-Bit-Version benötigt, kann auf den Netinstaller zurückgreifen. Das betrifft nur Ubuntu selbst, die anderen Varianten liefern derzeit alle noch 32-Bit Versionen aus. Die Beta-Version von Ubuntu 17.10 kann von der Ubuntu-Downloadseite heruntergeladen werden. Die finale Version erscheint am 19. Oktober

  • Ubuntu 17.10 verschmilzt mit GNOME

    Ubuntu 17.10 GNOME Shell
    Screenshot: FThommes

    Erst vor wenigen Tagen erschien GNOME 3.26, doch bereits jetzt sind alle relevanten Pakete daraus bei Ubuntu im Archiv. Die besondere Eile ist dem Umstand geschuldet, dass Ubuntu 17.10 Artful Aardvark am 19. Oktober mit GNOME 3.26 als Desktop-Umgebung erscheint. Es ist dies das erste Mal seit einigen Jahren, dass Ubuntu den Desktop wechselt. Canonical steht hier unter starkem Erfolgsdruck. Viele der Ubuntu-Releases der letzten Zeit waren an Langeweile kaum zu überbieten. Das lange angekündigte Unity 8 gab es lediglich als unfertige technische Vorschau.

    Notbremse gezogen

    Im Frühjahr zog Mark Shuttleworth dann die Notbremse und stampfte neben Ubuntu Touch auch gleich Unity und Mir für den Desktop ein und entschied sich für GNOME als Ersatz. In einem guten halben Jahr den Desktop zu wechseln und dazu noch auf das gerade ein paar Wochen alte Release 3.26 und obendrein Wayland als Standard zu setzen, erfordert Mut und nötigt Achtung ab wenn es denn gelingt.

    GNOME 3.26 und Kernel 4.13

    Wie Ubuntu-Desktop-Manager Will Cooke in seinem wöchentlichen Statusbericht vor zwei Tagen erklärte, ist das Team im Bugfixing-Mode und dabei, die Einstellungen für die Erweiterung Dash to Dock in den neuen Einstellungsdialog Settings von GNOME 3.26 einzubauen. Als Unterbau erhält Ubuntu 17.10 einen Kernel aus der Baureihe 4.13. Am 28. September erscheint die einzige Beta-Version vor der endgültigen Veröffentlichung. Aber auch jetzt schon lohnt sich ein Blick auf die fast täglich frisch gebauten Images, die bereits einen Blick auf GNOME 3.26 erlauben. Bis jetzt sieht das Gebotene zumindest vielversprechend aus.

    Anwender, denen die leicht angepasste GNOME-Version, die Ubuntu 17.10 ausliefern wird, nicht gefällt, sollen mit wenigen Handgriffen auf ein Standard-GNOME-Release ausweichen können. Das bisher immer ausgelieferte Ubuntu-GNOME-Release wird allerdings nicht mehr ausgeliefert.

     

  • GNOME 3.26 verbessert GNOME-Shell und Apps

    GNOME 3.26
    GNOME 3.26

    Das heute veröffentlichte GNOME 3.26 trägt den Codenamen »Manchester«, wo im Sommer die letzte Entwicklerkonferenz Guadec stattfand. Die neue Version bringt viele Verbesserungen an der GNOME-Shell als auch bei den ausgelieferten Apps. Der Veröffentlichung kommt eine besondere Bedeutung zu. Das gilt zumindest für Canonical, die die gerade veröffentlichte neue Version der Desktop-Umgebung mit Ubuntu 17.10 Artful Aardvark in wenigen Wochen anstelle des hauseigenen Unity ausliefern werden. Damit wird Ubuntu die erste Distribution sein, die GNOME 3.26 in einer stabilen Veröffentlichung in leicht angepasster Version veröffentlicht. Aber auch jetzt schon können die Neuerungen von Gnome 3.26 getestet werden. Dazu bietet sich beispielsweise das Test-Image für das im Oktober erwartete Fedora 27 an.

    GNOME 3.26 ist ein Release der kleinen Verbesserungen

    Klickt man sich durch verschiedene Anwendungen im neuen Release, so springt prominent die Neugestaltung des Einstellungsdialogs ins Auge, der früher GNOME Control Center und nun schlicht Settings heißt. Waren die Sektionen vorher als Icons organisiert, so nutzt die neue Oberfläche mit der Leiste am linken Rand den Platz im Fenster besser aus. Der neu gestaltete Dialog zur Verbindung mit dem Internet per Kabel, WLAN oder VPN erleichtert die Kontaktaufnahme mit dem Internet. Auch optisch wirkt die neue Gestaltung insgesamt ruhiger und aufgeräumter. Die Erstellung von Multi-Monitor-Umgebungen wurde ebenfalls vereinfacht.

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    Die GNOME-Shell erhielt auch eine Aufwertung. So wurde die Suche überarbeitet und zeigt nun besser gefiltert mehr Ergebnisse an. Zudem können Systemaktionen wie Suspend oder Shutdown über die Suche angesteuert werden ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen. Die obere Leiste ist nun semi-transparent solange keine Fenster an ihr andocken. 

    Viele Apps wurden aufgepeppt

    Bei den Applikationen erhielt GNOME Files, besser als Nautilus bekannt, die oft nachgefragte Volltextsuche. Diese ist optional und kann bei unterstützten Formaten zugeschaltet werden. Auch das Tab-Handling wurde verbessert. Ctrl + Shift + T  öffnet einen geschlossenen Tab, während Ctrl + Tab das Springen zwischen Tabs erlaubt. Web, der GNOME-Browser, der früher Epiphany hieß, integriert mit 3.26 die Funktion Firefox-Sync, sodass Lesezeichen, Verlauf und gespeicherte Passwörter zwischen Firefox und Web über alle Geräte hinweg synchronisiert werden können. GNOME Software erfuhr für 3.26 eine weiter verbesserte Flatpak-Integration und gibt mehr relevante Informationen während der Installation von Paketen aus. Viele weitere Apps erhielten kleinere Updates, die in den Release Notes nachgelesen werden können.

     

     

     

  • Debian 10 bereitet sich auf Wayland vor

    Debian 10 bereitet sich auf Wayland vor

    Debian Swirl
    By: Mohd SohailCC BY-SA 2.0

    Nachdem erst vor wenigen Tagen die erste Alpha-Version des Debian Installers für Debian 10 Buster vorgestellt wurde, fiel jetzt einem Leser der Webseite Phoronix auf, dass bereits seit einem Monat für Debian Unstable und Testing Wayland als Standardsitzung für den Display-Manager voreingestellt ist.

    Am 6. August hatte Jeremy Bicha, der einst Ubuntu GNOME ins Leben gerufen hatte, das Paket gnome-session 3.24.1-1  nach Debian Unstable hochgeladen. Dort steht die unscheinbare Zeile * debian/rules: Switch default "gnome" session to wayland , die den Umstieg von Debian auf das neue Display-Protokoll Wayland einleiten. Somit sind die Weichen gestellt, dass die nächste Debian-Version mit der Versionsnummer 10 und dem Codenamen Buster zumindest in der Standardausführung mit GNOME als Desktop automatisch mit Wayland startet.

    X11 geht langsam in Rente

    Damit geht die Ära des 1984 am MIT in Boston entwickelten X Window System dem verdienten Ende entgegen. Schon lange ist X11 nicht mehr zeitgemäß. Es ist heute ein schwer wartbarer Flickenterppich aus Patches, die wiederum mit Patches versehen sind. Das heißt aber nicht, dass der X.org-Server damit in der Versenkung verschwinden wird, er wird uns vielmehr noch einige Jahre als Rückfalllösung erhalten bleiben. So wird er auch bei Debian 10 Buster als Alternative vorinstalliert sein. 

    Wayland als Standard für Debian 10 Buster

    Das Wayland-Protokoll, das seit rund zehn Jahren entwickelt wird, beginnt langsam, in den Linux-Distributionen Fuß zu fassen. Fedora 25 hat als Vorreiter Wayland vor rund einem Jahr zum Standard erhoben. In wenigen Wochen wird auch Ubuntu mit 17.10 den Schalter umlegen. Dabei hatte Canonical zunächwst Wayland veteufelt und mit Mir einen Sonderweg eingeschlagen. Diesen gab das Ubuntu-Unternehmen dann im Frühjahr wieder auf.

    Bei Debian dauert es mit Wayland in der stabilen Ausgabe der Distribution noch etwas, denn Debian 10 Buster erscheint nicht vor 2019. Anwender der Zweige Testing und Unstable mit GNOME Shell 3.24 arbeiten allerdings bereits jetzt mit Wayland.

     

  • GNOME Shell 3.26 zuerst in  Ubuntu 17.10

    GNOME Shell 3.26 zuerst in Ubuntu 17.10

    In weniger als zwei Wochen, am 13. September erscheint GNOME 3.26. Canonical will diese Version noch vor Fedora 27 als Desktop von Ubuntu 17.10 am 19. Oktober veröffentlichen.

    Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« ist eines der wirklich wichtigen Releases in der Geschichte der Distribution. Doch auch für das GNOME-Projekt ist dies ein Meilenstein, denn mit der Veröffentlichung von Ubuntu 17.10 vergrößert sich die Gemeinde der GNOME-Anwender nicht unwesentlich. GNOME war bis zu Ubuntu 10.04 bereits einmal der Standard-Desktop von Ubuntu und wurde dann mit 10.10 von der Eigenentwicklung Unity abgelöst. Diese wiederum wird am 19. Oktober Platz für GNOME 3.26 als zukünftigen Platzhirsch in der Ubuntu-Familie machen. Derzeit ist bei den täglich frisch veröffentlichten Builds GNOME 3.25.91 die Version der meisten GNOME-Pakete. Dies wird sich erst mit der Veröffentlichung von GNOME 3.26 ändern.

    Gut integriert

    Bei Canonical sind die Arbeiten zu 17.10 in vollem Gange und Vorfreude als auch Nervosität sind den Entwicklern deutlich anzumerken. Hieß es im Juli noch, Wayland sei »gefühlt noch nicht fertig«, kam dann zwei Wochen später die Bestätigung, Wayland werde bei 17.10 doch Standard. GNOME scheint mittlerweile gut in Ubuntu integriert, sodass Unity-Anhänger keine Probleme mit dem Umstieg haben sollten. Anwender, die GNOME dennoch nicht mögen, finden in Ubuntu MATE eine Alternative, die gerade eine erste Beta zu 17.10 veröffentlicht hat.

    Release der kleinen Neuerungen

    GNOME 3.26 ist kein Release mit umwerfenden Neuerungen, es wartet eher mit eher kleinen Verbesserungen über den gesamten Funktionsbereich hinweg auf und konsolidiert das Erreichte. Neben einem teils durchscheinenden Top-Panel wurden die Animationen bei Fensteraktionen überarbeitet. Die Desktop-Suche wurde aufgeräumt und bietet nun ein übersichtlicheres Bild und bessere Bedienbarkeit. Für Entwickler bietet GNOME 3.26 eine stark überarbeitete Version von Builder. Auch Flatpak erfuhr weitere Entwicklung. So wurde hier die Integration in GNOME Software weiter ausgebaut.

    Status Icons ersatzlos entfernt

    Nicht zuletzt wird mit GNOME 3.26 aber auch Funktionalität entfernt. Die Status-Icons werden aus dem Bereich des System-Tray verschwinden.  Damit wurden bisher meist Anwendungen von dritter Seite angezeigt, die im Hintergrund laufen. Dazu zählen etwa Nextcloud, Slack, Discord, Steam, Skype, Mumble oder Dropbox. Die Mini-Leiste konnte durch einen kleinen Pfeil am linken unteren Bildschirmrand eingeblendet werden. Anwender, die die Leiste vermissen, können sich derzeit mit der Erweiterung TopIcons Plus ersetzen.