Schlagwort: Konvergenz

  • MauiKit und Maui Apps 1.1.0 zu Nitrux veröffentlicht

    Oberfläche von Nitrux

    MauiKit ist ein freies Framework zur Entwicklung plattformübergreifender und konvergenter Anwendungen, die auf Desktops und Mobilgeräten laufen und beispielsweise auch auf die in diesem Jahr kommenden Linux-Phones abzielen. Maui Apps ist ein Satz mit dem MauiKit erstellter Anwendungen. Beide sind jetzt in Version 1.1 veröffentlicht worden.

    Nitrux als Basis

    MauiKit und Maui Apps entstammen dem Dunstkreis der sehr aktiven Entwicklergemeinde um die aus Mexiko stammende Distribution Nitrux. Diese basiert auf Ubuntu, nutzt Qt und KDE-Technologien, geht aber einen eigenen Weg. Als Desktop kommt Plasma zum Einsatz, dem die Entwickler durch den Aufsatz NX Desktop weitere Konfigurationsmöglichkeiten mitgeben. Auch hier kommen die MauiKit Applications zum Einsatz. Beim Paketformat hat sich Nitrux neben Debians DPKG für AppImage entschieden.

    Qt-basiert

    MauiKit besteht aus einer Reihe von Steuerelementen und -Tools auf der Grundlage von Qt Quick Controls 2 und Kirigami, die von den Anwendungen auf Maui gemeinsam genutzt werden. MauiKit hilft bei der schnellen Erstellung von Benutzeroberflächen, die den Human Interface Guidelines (HIG) von Maui folgen, und bringt einsatzbereite Tools für verschiedene Plattformen wie Android, iOS, Linux, macOS und Windows. MauiKit bietet deshalb eine reiche Auswahl an User-Interface-Komponenten, die speziell für mobile und Desktop-Anwendungen entwickelt wurden. Damit lassen sich sowohl Linux als auch Android mit dem gleichen Quellcode unterstützen.

    Maui Apps

    Die Maui Apps umfassen derzeit sieben Anwendungen. Der Musicplayer VVave verwaltet Musiksammlungen , indem es semantische Informationen aus dem Web abruft, Wiedergabelisten erstellt, Musiktitel mit Tags versieht, Unterstützung für Remote-Streaming mit Nextcloud bietet und YouTube-Inhalte unterstützt.

    Dateimanager Index

    Index ist ein konvergenter Dateimanager, der dem Benutzer eine einfache Möglichkeit bietet, Dateien zu navigieren und zu verwalten. Index umfasst Funktionen wie Miller-Spalten, ein eingebettetes Terminal, geteilte Ansichten, Dateivorschauen, experimentelle WebDav-Unterstützung sowie Tags für Dateien und Ordner.

    Buho und Pix

    Buho ist eine kleine Anwendung für Notizen. Mit Buho lassen sich schnell Notizen machen, Links speichern oder Bücher und Seiten für Unterrichtsnotizen erstellen. Pix ist eine Bildergalerie und -betrachter. Es kann verwendet werden, um Bilder mit anderen Anwendungen wie einem Bildbearbeitungsprogramm zu öffnen, Tags zu den Dateien hinzuzufügen, Anmerkungen zu Bildern hinzuzufügen, die Orientierung zu ändern und sie weiterzugeben.

    Texteditor Nota

    Nota ist ein konvergenter Texteditor. Das erste Ziel von Nota ist einfache Bedienbarkeit. Nota unterstützt Dokumente mit Registern, Syntaxhervorhebung für verschiedene Sprachen, einen Fokusmodus, Anmerkungen, konfigurierbare Schriftarten und Farben sowie ein Seitenfenster mit integriertem Dateibrowser und vieles mehr.

    Terminal-Emulator Station

    Der Terminal-Emulator Station erlaubt den Zugriff auf eine UNIX-Shell in einer grafischen Umgebung. Station verfügt über verschiedene Ansichtsmodi, wie z.B. vertikal und horizontal geteilt, eine Oberfläche mit Registerkarten und Befehle zum Kopieren und Einfügen.

    Contacts

    Contacts ist eine integrierte Adressbuch- und Dialer-Anwendung. Contacts ermöglicht die Suche und Anzeige von Kontakten, die Bearbeitung von Kontaktdetails sowie das Erstellen neuer Kontakte, Favoriten und unterstützt das direkte Wählen von Telefonnummern.

    Nitrux ist in jedem Fall einen Blick wert. Weitere Informationen gibt es im Projekt-Blog. Ich werde in den nächsten Tagen die Maui Apps auf dem PinePhone in Verbindung mit NexDock2 testen.

  • NexDock 2 auf Kickstarter

    Bild: NexDock

    Seit einigen Tagen wird auf Kickstarter das Projekt NexDock 2 finanziert. NexDock ist eine Docking-Station in Form eines Notebooks für Android-Smartphones und andere Geräte wie den Raspberry Pi und andere SBCs. Die erste Version von NexDock wurde 2016 auf Indiegogo finanziert und wurde über 3.000 mal gekauft.

    Konvergenz

    Wird ein unterstütztes Gerät angeschlossen, mutiert es per Konvergenzfunktion zum Desktop. Derzeit werden einige Samsung- und Huawei-Geräte unterstützt. Weitere Geräte, unter anderem das Librem 5, sollen folgen. Das Smartphone kann während der Sitzung weiter benutzt werden.

    Der Gedanke dahinter ist die Vision einer Zukunft, in der Smartphones die einzigen Computer sind, die wir benutzen und die über Docks wie das Nex jederzeit und überall zu einem Gerät mit größerem Display und Tastatur und Touchpad mutieren können.

    Ressourcen schonen

    NexDock hat keine CPU, kein RAM, keinen Speicher und somit auch kein Betriebssystem. Es nutzt die Ressourcen des angeschlossenen Geräts wie dessen SoC sowie Bluetooth, WLAN und Breitband. Zudem können Smartphones aufgeladen werden. Das NexDock 2 verfügt über einen austauschbaren Akku. Das Konzept schont als Nebeneffekt Rohstoffe und verhindert Müll.

    Unterstützte Geräte

    Derzeit werden nur Smartphones unterstützt, die über einen Desktop-Mode verfügen. Das sind derzeit Geräte von Samsung mit DeX oder aktuelle Geräte von Huawei, wo die Technik EMUI Easy Projection genannt wird. Von Samsung sind das derzeit die Geräte Galaxy S8/ S8+/ S8 Active, S9/ S9+, Note 8 / Note 9 und S10e/ S10/ S10+. Huawei bietet im Moment als kompatible Geräte Mate 10/ 10 Pro, Mate 20/ 20 Pro/ 20 X, P20/ P20 Pro und Honor Note 10 an. Künftige Smartphones werden über den Android Q Desktop Mode unterstützen und somit nicht mehr an proprietäre Herstellerlösungen gebunden sein.

    Auch für SBCs und Mini-PCs

    NexDock funktioniert jedoch nicht nur mit Smartphones. Das neue NexDock 2 unterstützt auch Mini-PCs wie Intel Nuc, Compute-Stick und Raspberry Pi. Andere Anwendungsmöglichkeiten sind die Verbindung mit Servern im Serverraum, als Display für Spielekonsolen oder als zweites Display für Notebooks.

    Die Entwickler des Docks streben Kompatibilität mit weiteren Projekten, die Konvergenz anstreben. Dazu zählen neben dem Librem 5 derzeit auch OXI und Maru OS.

    Gut ausgestattet

    Das NexDock 2 kommt im Formfaktor 13,3″ mit einem IPS-LCD Display, das 1080p unterstützt. Es bietet weiterhin drei USB-C-Ports, wovon einer zum Laden des Akkus bestimmt ist. Ob einer der beiden anderen Ports USB-PD unterstützt ist noch nicht klar. Zusätzlich gibt es einen USB-A-Port, HDMI-in, einen SD-Card-Reader und eine 3.5mm Audio-Buchse.

    Das Keyboard ist ein vollwertiges QWERTY-Layout ohne Zahlenblock, das Touchpad beherrscht Multitouch. Das NexDock 2 wiegt bei den Maßen 317 x 215 x 15.9 mm stolze 1.420 g.

    Bereits finanziert

    Die günstigste Variante des Super Early Bird für 157 Euro zuzüglich Versand und Steuer ist fast ausverkauft. Der Early Bird für 175 Euro ist die folgend günstigste Variante. Die Macher strebten auf Kickstarter rund 44.000 Euro an und stehen nach wenigen Tagen bei fast 90.000 Euro bei einer Restlaufzeit der Kampagne von 28 Tagen.

  • Maru OS 0.6 wechselt zu Lineage

    Konvergenz zwischen Mobil und Desktop Bild: Maru OS

    Maru OS ist ein mobiles Betriebssystem, das erstmals 2016 mit dem Ziel der Konvergenz von Mobilgeräten und dem Linux-Desktop veröffentlicht wurde. Ursprünglich bootete das mobile Gerät ein Android 6 und wechselte zu Debian 8, wenn per HDMI ein Display angeschlossen war, das von Maus und Keyboard per Bluetooth unterstützt wurde.

    Schlüssiges Konzept

    Das Konzept ist schlüssig, die Umsetzung bisher nicht. Die Grundlagen, um das zu ändern, wurden aber mit der aktuellen Version Maru 0.6 gelegt. Dazu trägt vor allem der Umstieg vom Android-Open-Source-Projekt (AOSP) zu LineageOS bei.

    War Maru OS bisher wegen ASOP auf Google-Smartphones beschränkt, stehen nun alle von LineageOS unterstützten Geräte offen. ​Die in Zusammenarbeit mit dem Team von LineageOs entstandene abgespeckte Version unterstützt Android 8.1 »Oreo«

    Befreiungsschlag

    Mit dem Wegfall der Pflicht zu einer Verbindung per Kabel über HDMI entfällt die zweite große Hürde zu weiterer Verbreitung, denn kaum ein Smartphone verfügt heute noch über einen SlimPort oder MHL. Alternativ wird die Verbindung zum Display nun offiziell auch drahtlos per Chromecast hergestellt. Die Community berichtet, dass auch diverse Miracast-Adapter gut mit Maru OS zusammenarbeiten. Diese werden nun getestet und gegebenenfalls offiziell freigegeben.

    USB-OTG für Maus und Tastatur

    Auch die Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte wurden erweitert. Waren Maus und Tastatur bisher auf Bluetooth beschränkt, so können diese nun auch per USB-OTG angebunden werden. Die verwendete Debian-Version ist zudem von Debian 8 »Jessie« auf Debian 9 »Stretch« aktualisiert.

    Derzeit stehen für Maru OS 0.6 lediglich Images für Nexus 5 und 5X zur Verfügung. Weitere sollen bald folgen. In der Dokumentation findet sich eine Anleitung zur Neuinstallation oder Upgrade. Für die Community steht ein Forum bereit

    LXC als Basis

    Ein Blick in die GitHub-Präsenz des Projekts deckt einige der technischen Hintergründe von Maru OS auf: Auf der Basis von LXC-Containern erstellt Maru virtuelle Instanzen innerhalb von Android, die zur Interaktivität auf Androids I/O-Framework zugreifen. Maru OS ist eine weitere Verbreitung duchaus zu wünschen. Dazu sind zunächst unbedingt weitere Images nötig.

  • Purism erklärt PureOS als konvergent

    PureOS konvergent

    Notebook- und Smartphone-Hersteller Purism gibt in einem neuen Blogpost die vollendete Umsetzung von Konvergenz für sein Betriebssystem PureOS bekannt.

    Was bedeutet Konvergenz?

    PureOS ist das von Debian Testing abgeleitete Betriebssystem der Hardware-Schmiede, das auf den Notebooks der Librem-Reihe und auch beim kommenden Linux-Smartphone Librem 5 zum Einsatz kommt. Doch was bedeutetet in diesem Zusammenhang Konvergenz?

    Das Wort stammt vom lateinischen convergere ab, was soviel wie zusammenlaufen oder sich annähern bedeutet. Im hier verwendeten Wortsinn bedeutet es, dass Applikationen in der Lage sind, sich verschiedenen Formfaktoren anzupassen.

    Natives Arbeitsgefühl

    Wenn also ein Smartphone oder Tablet an ein Dock angeschlossen oder mit Keyboard und Monitor verbunden wird, skaliert das Betriebssystem auf die größere Plattform und erlaubt das native Arbeiten mit den Anwendungen des kleineren Geräts.

    Canonical gescheitert

    Konvergenz war eines der Ziele von Canonicals Ubuntu Phone, wie dieses fünf Jahre alte YouTube-Video zeigt. Das ehrgeizige Projekt wurde auf dem Altar des schnöden Mammon geopfert, da Canonical für den geplanten Börsengang oder das Zusammengehen mit Microsoft schlanker werden musste.

    Microsoft halbherzig

    Im gleichen Jahr sprang auch Microsoft auf den Zug auf und verkündete die Konvergenz über PC, Tablet und Phone für die Windows Plattform als Ziel. Die Idee wurde in der Folge nur halbherzig umgesetzt, die Schiene der Windows-Phones mitlerweile komplett eingestellt. 2018 rückte der Konvergenzgedanke in kastrierter Form mit Windows S wieder ins Rampenlicht.


    Apple und Google weit entfernt

    Auch Apple und Google als die beiden Großen im Mobilmarkt würden gerne Konvergenz zwischen Laptop- und Mobil-OS verwirklichen. Es ist der Traum, den gleichen Code sowohl auf Mobiltelefonen als auch auf Laptops ausführen zu können, wobei sich die Applikationen an die Displaygröße anpassen und angeschlossene Peripheriegeräte nutzen können.

    Langfristig wird Google dies versuchen, mit Fuchsia zu erreichen. Bei Apple nennt sich derbereits 2014 verkündete Ansatz Continuity. Apple CEO Tim Cook erteilte Gerüchten über eine bevorstehende Umsetzung im letzen Jahr eine klare Absage.

    PureOS voll konvergent

    Die Ankündigung von Purism klingt in diesem Zusammenhang wie die Geschichte von David und Goliath. Das kleine Unternehmen verkündet, PureOS sei voll konvergent, was bedeute, dass alle künftigen sowie portierte bestehende Applikationen mit der gleichen Codebasis auf den Librem-Laptops 13 und 15 und dem Librem 5 laufen werden.

    Konvergenz bedeutet für den Anwender, dass er Applikationen unter verschiedenen Formfaktoren verwenden kann, wobei diese das gleiche Look and Feel verwenden, aber beispielsweise Bedienelemente für die jeweilige Plattform sinnvoll platzieren und dimensionieren.

    Vorteile für Devs und Anwender

    Sie erlauben zudem, bereits erstellte Daten auf die verschiedenen Plattformen zu synchronisieren und damit zu arbeiten. Aber auch Entwickler profitieren vom Konvergenzgedanken, denn sie brauchen eine App nur einmal zu schreiben und zu testen und sie läuft auf allen verwendeten Plattformen. Solche Apps sind leichter zu pflegen und abzusichern.

    Der Weg dorthin

    Der Blogeintrag erläutert den Weg, den Purism zur Erreichung dieser von Anfang an in der ToDo-Liste verankerten Funktionalität gegangen ist. Das begann mit der Basis des hauseigenen Betriebssystems PureOS. Debian unterstützt viele Architekturen und ermöglicht damit die nötige Cross-Kompilierung für leistungsfähige CPUs auf Notebooks und stromsparende SoCs auf Mobilgeräten.

    Ein weiterer Baustein ist, was Purism adaptives Design nennt. Ähnlich dem responsiven Webdesign, das Webseiten an mobile Formfaktoren anpasst, arbeitet Purism an adaptiven GNOME-Apps. Dabei hilft die bei Purism entwickelte Bibliothek libhandy, die GTK+ Widgets für Mobilgeräte bereitstellt.