Mozilla stellt Firefox Send und Firefox Notes ein

Quelle: Mozilla

Im Rahmen der Umstrukturierung der Mozilla Foundation werden die beiden Produkte Firefox Send und Firefox Notes eingestellt. Das geht aus einer aktuellen Ankündigung im Mozilla Blog hervor. Mozilla hatte im August 250 Mitarbeiter entlassen und kündigte gleichzeitig an, die bestehenden Angebote der Stiftung einer Überprüfung zu unterziehen.

Angebot neu bewertet

Bisher wurde die Sparte Mozilla Mixed Reality zusammengestrichen, der wichtige Bereich der Mozilla Sprachforschung muss um seinen Weiterbestand bangen. Jetzt wurden mit Firefox Send und Firefox Notes zwei weitere Dienste eingestellt, die beiden aus dem bereits Anfang 2019 eingestellten Firefox Test Pilot-Programm hervorgegangen waren. Firefox Send, ein privater Filesharing-Dienst wurde im März 2019 als eigenständige Web-App zur freien Nutzung bereitgestellt.

Praktischer Dienst

Firefox Send bot ein einfache Weboberfläche, in die Daten bis zu einem GByte Umfang ohne Anmeldung hereingezogen oder abgelegt werden können. Das Upload-Limit pro Dateifreigabe konnte durch die Registrierung bei dem Dienst oder die Anmeldung über ein bereits bestehendes Firefox-Konto auf 2,5 GByte erhöht werden. Auch für Android wurde eine App bereitgestellt.

Für Spamware genutzt

Der Dienst wurde bereits im Juli 2020 vorübergehend eingestellt, weil er vermehrt zur Verteilung von Malware genutzt wurde. Mozilla sprach von einer Überarbeitung des beliebten Dienstes, wobei unter anderem die Anmeldung über ein Firefox-Konto verpflichtend eingebaut werden sollte. Mozilla schreibt jetzt, Firefox Send sei ein vielversprechendes Werkzeug für den verschlüsselten Dateiaustausch gewesen und habe eine gute Reichweite sowie ein treues Publikum erreicht. In der Zwischenzeit sei aber »bei der Abwägung der Kosten für das Gesamtportfolio und des strategischen Schwerpunkts« entschieden worden, den Dienst nicht wieder einzuführen.

Im Verborgenen

Firefox Notes wurde ursprünglich entwickelt, um mit neuen Methoden der verschlüsselten Datensynchronisation zu experimentieren. Das kleine Dienstprogramm für Firefox- und Android, das eher im Verborgenen blühte, wird Anfang November außer Betrieb gehen. Die Desktop-Browser-Erweiterung Firefox Notes wird für bestehende Installationen verfügbar bleiben und es soll eine Option zum Export aller Notizen einbaut werden. Darüber hinaus wird es von Mozilla keine Wartung mehr geben und die Erweiterung wird nicht mehr installierbar sein. Wie bestehende Notizen exportiert werden können, erklärt eine eigene Webseite.

Kommentare

5 Antworten zu „Mozilla stellt Firefox Send und Firefox Notes ein“

  1. Avatar von Sven
    Sven

    Danke für den Artikel. Ich finde das sehr schade, aber für FF Send gibt es inzwischen eine Alternative: https://www.swisstransfer.com/ (auch mit einem FF-Addon https://addons.mozilla.org/fr/firefox/addon/swisstransfer/ ). Leider steckt noch Google dort drin, wahrscheinlich ist es auch nicht Open Source. Der Service funktioniert aber auch, wenn man Google und Googletagmanager über /etc/hosts umatrix o. ä. blockiert.

    1. Avatar von Atalanttore
      Atalanttore

      Mit Joplin gibt es eine von Mozilla, Google & Co. vollkommen unabhängige Open-Source-Alternative zur Synchronisation von formatierten Notizen zwischen verschiedenen Geräten.

      1. Avatar von Ferdinand

        Joplin habe ich eine Weile benutzt, fand ich aber optisch wenig ansprechend. Derzeit nutze ich Standard Notes. Firefox Send war halt praktisch, um schnell Dinge außer der Reihe an jemanden zu schicken, der sonst keine Cloud hat. Firefox haben dagegen viele. Von daher schade.

        1. Avatar von Atalanttore
          Atalanttore

          Bei der Optik muss man bei freier Software manchmal schon Abstriche machen.

  2. Avatar von Hafenzoll
    Hafenzoll

    „Für Spamware genutzt
    Der Dienst wurde bereits  im Juli 2020 vorübergehend eingestellt, weil er vermehrt zur Verteilung von Malware genutzt wurde.“

    Welcher Dienstanbieter wird nicht für Spamware, Malware, etc. genutzt?
    Und von diesen etlichen unseriösen (freien) Streaming-Portalen möchte ich hier gar nicht schreiben.

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